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Die besondere Bedeutung der Ausstellung liegt in der Tatsache, dass es erstmalig gelungen ist, etwa 160 Original-Arbeiten sowohl renommierter internationaler
als auch einheimischer Künstler aus verschiedenen Zeitepochen unter einem Dach ausstellen zu können.
Die Grafik als künstlerisches Gestaltungsmittel erlebt seit Ende des letzten Jahrhunderts sowohl als Betätigungsfeld der Künstler als auch in der Wertschätzung
durch das Publikum und die Sammler eine Renaissance. In der Vergangenheit oft zum Mittel der Reproduktion eingesetzt, stehen das Experimentieren mit Techniken
und Farben und die eigentümlichen formalen ästhetischen Ausdrucksmöglichkeiten wieder mehr im Vordergrund.
Die Ausstellung Frauenwelten ist prädestiniert, dem Besucher durch die Unterschiedlichkeit der Künstlercharaktere die Grafik als ausdrucksstarkes
künstlerisches Mittel nahezubringen. Sozusagen als eine Hervorbringung von Menschen oder das Ergebnis eines kreativen Schaffensprozesses, an dessen Anfang
eine vielgestaltige Motivation stand und an dessen Ende entweder das "Kunstwerk" oder der Prozess selbst als Ergebnis gewertet wird.
Die Künstler
Pablo Picasso
eigentlich Pablo Ruiz Picasso, (1881 - 1973), spanischer Maler, Grafiker und Bildhauer, war einer der bedeutendsten Wegbereiter und Repräsentanten der
Kunst des 20. Jahrhunderts. Picasso wirkte als Begründer neuer Stilrichtungen sowie innovativer technischer Verfahren und war zugleich von einzigartiger
Produktivität. Insgesamt schuf er fast 20.000 Kunstwerke. Viele seiner Gemälde und Plastiken avancierten zu Schlüsselwerken, an denen
Generationsgefährten und Zeitgenossen sich orientierten. Er war der erste Künstler, der zu Lebzeiten mit einer Werkschau im Louvre (Paris) geehrt wurde.
Otto Bachmann
geboren 1915, ist ein Schweizer Maler und Grafiker. Bachmann gilt als einer der besten Zeichner nicht nur in der Schweiz.
Uwe Bremer
geboren 1940, ist ein deutscher Maler und Grafiker. In der Rixdorfer Werkstatt, die er 1964 zusammen mit einigen anderen Künstlern gründete, entstehen seine
Gemälde, Grafiken und bibliophilen Drucke.
Günter Grass
geboren 1927, zählt zu den bedeutendsten Kulturschaffenden der Gegenwart, der sich in zahlreichen Ausstellungen einen Namen gemacht hat. Als
"studierter" Maler und Bildhauer sind für ihn Schriftstellerei und bildende Kunst seit Jahrzehnten parallele Schaffensgebiete.
Grass ist ein konsequenter Realist und hat, vorwiegend in Form von Zyklen und Variationen, ein umfangreiches, druckgrafisches Oeuvre geschaffen.
Otto Dix
lebte von 1891 - 1969. Er war ein deutscher Maler der Neuen Sachlichkeit und des Expressionismus. Seine Werke sind von stilistischer Vielfalt geprägt.
Er galt als exzellenter Zeichner und hinterließ mehr als 6000 Zeichnungen und Skizzen. Seine Gemälde und Aquarelle erinnern stark an Werke der Renaissance.
Vor allem seine Kriegsbilder sind einem breiten Publikum bekannt.
Marc Chagall
Der weißrussisch-französische Maler lebte in der Zeit von 1887 - 1985. In seinen Bildern, Mosaiken, Glasmalereien und Theaterkulissen verwendete er stets wiederkehrende
Symbole. Seine Werke sind geprägt durch tief leuchtende Farben und scheinbar schwerelos schwebende Figuren.
Janosch
ist der Künstlername von Horst Eckert, geboren 1931. Er ist Kinderbuchautor, Schriftsteller und Illustrator. Zwei seiner bekanntesten Figuren sind z. B.
Schnuddel oder die Tigerente. Seine Geschichten und Illustrationen sind kunterbunt, abenteuerlich, aber auch voller Wärme und Freundschaft.
Ivo Hauptmann
Der deutsche Maler lebte 1886 - 1973 und war der älteste Sohn von Gerhard Hauptmann. Er bekundete schon früh seine Absicht Maler zu werden. Sein Vater
unterstützte ihn tatkräftig und verfolgte interessiert seine weitere Entwicklung. Um 1920 orientierte sich Ivo Hauptmann künstlerisch neu und entwickelte sich im
Folgenden zu einem namhaften Vertreter des norddeutschen Expressionismus.
Karl Hofer
lebte von 1878 - 1955. Er war ein deutscher Maler des Expressionismus. Seine Bilder strahlen eine nachdenkliche Ruhe aus. Sie umfassen vor allem
Figurenbilder, aber auch Stillleben und Landschaften. Die Farbigkeit ist meist sehr zurückhaltend, der Farbauftrag spröde. Zusammen mit der strengen
Kompositionstechnik haftet seinen Werken oft etwas Ernstes, Schwermütiges an.
Horst Janssen
lebte von 1929 - 1995. Er war einer der bedeutendsten deutschen Zeichner und Grafiker der Nachkriegszeit, der trotz künstlerisch-technischer
Experimentierfreudigkeit in seinen Arbeiten deutlich traditionell-grafische Elemente pflegte und in individueller Ausdrucksweise zur Perfektion brachte.
Porträts nahmen im Oeuvre Janssens eine zentrale Stellung ein. Hunderte, vielleicht sogar ein paar tausend "Köpfe", wie der Künstler diese Arbeiten selbst
lapidar nannte, hat er im Laufe seines Lebens gemalt, gezeichnet oder gedruckt.
Ernst Ludwig Kirchner
ist einer der wichtigsten deutschen Maler des Expressionismus. Er lebte von 1880 - 1938 und steht heute gleichbedeutend neben Künstlern wie Klee,
Kandinsky, Ernst und Picasso. Er ist Mitbegründer der Künstlervereinigung "Brücke". Seine Straßenszenen und die Schilderung der Großstadtmenschen sind
als Höhepunkte der modernen Malerei des 20. Jahrhunderts zu sehen.
Paul Kleinschmidt
ein deutscher Maler, wurde als Spross einer Künstlerfamilie geboren und lebte von 1883 - 1949.
Im Mittelpunkt seines künstlerischen Schaffens steht das Frauenbildnis. Seine Kunst ist sozialkritisch geprägt, bleibt zum Menschen aber immer in respektvoller
Distanz. Neben Figuren, Stillleben und Landschaften bevorzugte er Motive aus dem Großstadtleben Berlins, vor allem aus der Welt des Theaters und des Varietés. In
seinen über 300 Zeichnungen und etwa 430 Ölbildern rezipierte er die Kunstrichtungen vom Expressionismus über Realismus bis zur Neuen Sachlichkeit.
Johannes Grützke
ein deutscher Maler, Zeichner, Druckgrafiker und Medailleur wurde 1937 geboren. Er malt in einem figurativen, sehr eigenständigen Stil. Die von ihm dargestellten
Figuren und Szenen wirken ironisch überzeichnet. Vor allem dargestellte Personen werden von dem hervorragenden Portraitisten nicht gerade idealisiert, wie man
das an den übergroßen Nasen und Ohren und verzerrten Köpfen unschwer erkennen kann.
Claus Lindner
1959 geboren, ist ein Künstler und Bildhauer, der bis 1989 freischaffend in Berlin tätig war. In seinen Arbeiten widmet er sich der Tektonik des menschlichen
Körpers. Seine Skulpturen faszinieren durch das Spiel zwischen Schwerkraft und Leichtigkeit, Dynamik und Bewegung. Lindner ist in der Lage, in seinen
Bronzefiguren fließende Bewegungen im Raum festzuhalten.
Henri Matisse
lebte von 1869 - 1954 und war neben dem Spanier Picasso einer der bedeutendsten französischen Maler, Grafiker und Bildhauer des 20. Jahrhunderts.
Er gilt als Begründer des Fauvismus. Seine frühen Gemälde waren noch impressionistisch beeinflusst. Der sich daraus entwickelnde Malstil mit intensiver und großflächiger
Farbgebung im Vordergrund drängte die realistische Formgebung in den Hintergrund und prägte den Stil der Fauvisten. An Matisses Spätwerken orientierten sich die
abstrakten Maler, wobei Matisse selbst in seinem Schaffen dem Gegenständlichen treu blieb.
Frans Masereel
Der bedeutende belgische Grafiker und Maler lebte von 1889 - 1972. Er wurde vor allem durch seine beeindruckenden, von starken Emotionen geprägten
Holzschnitte bekannt. Er vertrat in seiner Kunst einen konsequenten Humanismus. Er stellte die Menschen in ihrer Verlorenheit und Verlassenheit in der modernen Zivilisation dar.
Dennoch galt er selbst nicht als Pessimist. Wie seine Holzschnitte "Das Gesicht Hamburgs" oder sein Zyklus "Die Stadt" zeigen, lieferte er gleichzeitig Beispiele für
Handlungsmöglichkeiten, um dem Menschlichen in einer sich entmenschlichenden Welt den ihm gebührenden Platz zu sichern.
Armin Mueller-Stahl
geboren 1930, zeichnet und malt seit Jahrzehnten - Gesichter, Charakterstudien, Figuren, Gesten, Szenen und Gedanken, Illustrationen zu literarischen Texten.
Das Malen und Zeichnen hat er sich von seiner Großmutter abgeguckt - Stifte, Pinsel, Farben und Skizzenblock hatte er auf seinen Reisen immer dabei. Seine
erste Ausstellung fand im Jahr 2000 anlässlich seines 70. Geburtstages statt. Bis dahin wussten nur gute Freunde, dass Mueller-Stahl immer gemalt hat. Sein
Leben lang hat er Haltungen beobachtet und übertragen, ob auf der Bühne, vor der Kamera oder auf dem Papier. Seinen Worten zufolge spielt und zeichnet er
seine Beobachtungen gleichermaßen. Für ihn sei es dabei auch "ein therapeutischer Vorgang", mit dem er "sich die Knoten aus der Seele" malt.
Emil Nolde
lebte 1867 - 1956. Er war nicht nur einer der bedeutendsten Maler und Grafiker des Expressionismus, sondern auch einer der bekanntesten deutschen Künstler
überhaupt. Der Deutsche ist einer der größten Aquarellisten des 20. Jahrhunderts. Sein Werk umfasst zahlreiche Gemälde, Farblithografien und Aquarelle. Seine
Motive sind sehr vielfältig - Landschaften, religiöse Motive oder das Berliner Nachtleben. Besonders seine Blumen-, Landschafts- und Meeresbilder erfreuen
sich bis in die Gegenwart großer Beliebtheit, insbesondere auch auf Grund der Tatsache, dass Nolde die Farbe als emotionsstarkes Ausdrucksmittel für sich
entdeckte, ohne die Bindung zur Natur zu verlieren.
Hermann Max Pechstein
lebte von 1881 - 1955 und war als deutscher Maler und Grafiker ein Vertreter des Expressionismus.
Zu seinen Werken gehören Figurenbilder, Landschaften und Stillleben. Sein expressionistischer Stil entwickelte sich unter dem Einfluss der
Künstlervereinigung "Brücke" entscheidend weiter. Sein Bestreben lag darin, mit wohldosiertem Einsatz malerischer Mittel den motivischen Kernpunkt seiner Werke
herauszuarbeiten. Im Bereich der Grafik schuf er mehr als 850 Holzschnitte, Lithografien und Radierungen.
Elvira Bach
geboren 1951, ist eine deutsche Künstlerin, die in den 80er Jahren als Vertreterin der "Jungen Wilden", als einzige Frau den internationalen Durchbruch schaffte.
Ihre neo-expressionistischen Frauenbildnisse spiegeln die Themen ihres eigenen Lebens wider.
Fèlicien Rops
lebte 1833 - 1898. Er war Maler, Grafiker, Lithograf, Zeichner, Illustrator und Graveur. Im Mittelpunkt seines Schaffens standen Frauen, die Erotik und die
Sitten seiner Zeit.
Thèophile Alexandre Steinlen
war ein französischer Maler, Zeichner, Grafiker und Illustrator schweizerischer Herkunft. Er lebte von 1859 bis 1923 und wurde vor allem für seine
Plakatentwürfe, insbesondere für das Kabarett "Le Chat noir" berühmt. Viele seine Motive fand er im Alltagsleben, in den Straßen- und Fabrikszenen in
Paris. Darüber hinaus widmete er sich der Aktmalerei. Seine bevorzugten künstlerischen Ausdrucksmittel waren Zeichnungen und Kreidezeichnungen.
Seltener schuf er Ölgemälde. Zu erwähnen sind ebenfalls seine Grafiken, in denen er die schon genannten Motive aufgriff.
Jörg Steinert
Über die Skulpturen des in der Uckermark lebenden Bildhauers sagt man, sie durchbrächen in ihrer fragmentarischen Darstellung die Naturnähe im klassischen
Sinn und fänden ihre Darstellungsweise in einer eher ethischen Sichtweise der Figuren. Sie vereinen in ihrer Darstellung die detaillierte Ausdruckskraft antiker
Statuen mit den reduzierten Körperdarstellungen der Moderne. Seine Werke widerspiegeln nicht das Abbild an sich, sondern suchen vielmehr das
Verständnis für die elementare Daseinsform der Menschen und Dinge.
Tomi Ungerer
geboren 1931, ist ein französischer, international bekannter Grafiker und Illustrator von Bilderbüchern für Kinder und Erwachsene. Dabei überrascht er
immer wieder durch seine Themenvielfalt. Ungerer ist ein Wanderer zwischen den Genres. Er ist Autor, Grafiker und Kritiker
- eine widersprüchliche Persönlichkeit. Er ist ein Künstler, der mit seiner Neugier und seinem Wissensdrang an die
Renaissancekünstler erinnert. Er gehört zu denen, den die Freude am Paradoxen und der Sinn für Spottlust und Humor eigen sind.
Johannes Vennekamp
Johannes ("Josi") Vennekamp wurde 1935 in Istanbul geboren, ist ein deutscher Grafiker und Maler. Er war 1964 einer der Mitbegründer der Werkstatt
"Ricksdorfer Drucke". Er malte viele Musiker-Porträts und erstellte Radierungen auf Notenpapier. Seit 1994 arbeitet er mit Holzdrucken. Er lebt in Berlin und hat
einen Landsitz an der Elbe.
Paul Wunderlich
wurde 1927 in Eberswalde geboren. Als Maler, Zeichner, Bildhauer und Grafiker gestaltete er in seinen neusurrealistischen Bildern überwiegend erotische Themen.
Dabei bezieht er sich häufig auf mythologische Sagen. Er lebt und arbeitet sowohl in Hamburg als auch in Frankreich.
Bruno Bruni
wurde 1935 geboren und lebt seit über 40 Jahren in Hamburg. Kennzeichnend für ihn sind seine figurativen Motive, durch die er schon in den
70er Jahren als Zeichner, Lithograf, Maler und Plastiker international bekannt wurde. Seine Werke wurden in fast allen Kunstmetropolen der Welt ausgestellt.
Bruno Bruni ist einer der bekanntesten italienischen Künstler in Deutschland.
Conrad Felixmüller
lebte von 1897 - 1977 in Berlin. Er war ein Maler des Expressionismus und der Neuen Sachlichkeit, die er im sozialkritischen Sinn verstand. In seinen Anfängen bestimmte
der spätexpressionistische Stil seine Bildwerke, später waren seine Werke politisch und sozialkritisch motiviert. Diese Motive wichen später einer erzählenden Bildweise.
Hauptmotiv seines künstlerischen Schaffens ist der Mensch. Besonders charakteristisch in den Mensch-Darstellungen seiner
Bilder und Grafiken waren die hervorgehobene Stirn und die großen Augen. Mit diesen Motiven trat später ein Stilwechsel
ein, der sich am Realismus orientierte. Diese künstlerische Ausdrucksform behielt er bis zu seinem Schaffensende bei.
George Grosz
wurde 1893 als Georg Ehrenfried Groß in Berlin geboren. Er lebte bis 1959 und war ein deutsch-amerikanischer Maler, Grafiker und Karikaturist.
Seine sozial- bzw. gesellschaftskritischen Gemälde und Zeichnungen werden vor allem der Neuen Sachlichkeit zugerechnet, die sich zum Teil durch
äußerst drastische und provokative Darstellungen und häufig durch politische Aussagen auszeichnen. Typische Motive sind die Großstadt und ihre Abseitigkeiten
sowie die Klassengegensätze, die sich in ihr zeigen. Hauptsächlich in seinen Karikaturen verspottet er die herrschenden Kreise der Weimarer Republik, greift
soziale Gegensätze auf und kritisiert insbesondere Wirtschaft, Politik, Militär und Klerus.
Heinrich Nauen
lebte von 1880 - 1940. Er war ein deutscher Maler und gilt als einer der bedeutendsten Vertreter des "Rheinischen Expressionismus". Sein umfangreiches
Werk umfasst Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen und druckgrafische Werke sowie monumentale Wandgemälde, Mosaike und kunsthandwerkliche Arbeiten.
Georg Schrimpf
lebte von 1889 - 1938 und war ein deutscher Maler und Grafiker. Er zählt zu den bedeutendsten Vertretern der Kunstrichtung Neue Sachlichkeit. Er war Autodidakt und
zeichnete von Kindheit an wie besessen aus dem Kopf und nach Vorlagen und kopierte Bilder, die ihm besonders gefielen.
Schrimpf arbeitete vor allem mit Kohle, Kreide, Öl und Holzschnitt. Seine Werke sind charakterisiert durch klare Umrisse und zarte Farbgebung. Von jedem seiner
Bilder geht eine außerordentliche Ruhe aus, die in vollem Gegensatz zu seinem Wanderleben steht. Seine Motive sind vor allem Frauen und Landschaften, die von
den künstlerischen und politischen Strömungen seiner Zeit nicht berührt wurden. Selbst anfangs als SPD-Mitglied aktiv, schuf er in seinen Kunstwerken eine
Gegenwelt, wie er sie sich als Ergebnis einer gelungenen Revolution wohl erträumte.
Bilder und Texte mit freundlicher Genehmigung Öffentlichkeitsarbeit PCK Schwedt
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